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Freiwillige Feuerwehr Viernau

rauchmelder
Notruf3

letzte Änderung:
10.04.2017

”Wir über uns” - von Matthias Tügend

Das sagen wir über uns, die “Freiwillige Feuerwehr Viernau”

Seit nunmehr 127 Jahren wird in Viernau nachweislich der Brandschutz durch ehrenamtliche Kräfte abgesichert. Was sind das für Menschen gewesen und wer sind sie heute? Was macht den Reiz aus sich in den Dienst berufen zu lassen?
Einerseits ist es sicher der Reiz der Technik. Andererseits die Beherrschung des Feuers und anderer Naturgefahren und Situationen. Aber auch die Kameradschaft, dass sich aufeinander verlassen können.

Das Feuer; jahrhundertelang mystisches Objekt, das Wärme spendet, Nahrung zubereiten lässt, aber auch Gut und Menschenleben zerstören kann. Unbezähmbare Naturgewalt die der Mensch meinte sich untertan gemacht zu haben. Die aber immer wieder ausbricht und vernichtet, Leid hervorruft und große Schäden hinterlässt. Das Feuer zu bändigen, Schaden abzuwenden und in anderen Notlagen zu helfen ist Ziel und Grundgedanke der Einrichtung Feuerwehr. Erreicht wird dies einerseits durch die entsprechende Technik. Funktionieren kann es aber nur durch die Beherrschung dieser Technik. Oberstes Gebot ist somit das ständige Training die Übungen, die ständige Auseinandersetzung mit dem was mache ich in welcher Situation. Manchmal ermüdend manchmal lästig aber notwendig.

Die Kameradschaft wurde und wird immer großgeschrieben. Der Kamerad neben mir muss sich auf mich verlassen können und ich mich auf ihn. Es gibt nicht den Helden der im Alleingang alle Probleme löst, alle Gefahren beseitigt, alle die in Gefahr sind rettet. Dieser Einzelkämpfer würde die Gefahr nur vergrößern, als sie einzudämmen. Die einzelnen Kameraden der Gruppe sind nur in ihrem Zusammenspiel erfolgreich im Einsatz. Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Das klingt sehr pathetisch, hat aber viel Wahres in sich. Den geht etwas schief oder kommt jemand zu schaden heißt es nicht: „ Der Meier oder der Müller wahr schuld, sondern die Feuerwehr Viernau hat Mist gebaut.“.

Was geht in einem Feuerwehrmann vor, wenn er zum Einsatz gerufen wird ?

Mitten aus dem Alltag wird er herausgerissen in die Einsatzsituation und muss funktionieren. Die Situation wird oft unterschätzt, muss man sich doch im Klaren sein, das man sich zusätzlichen Gefahren aussetzt. Primär geschützt durch Kleidung und Gerätschaften. Andererseits wird aber auch durch die Ausbildung und die ständige Auseinandersetzung mit der Gefahr die Risikoschwelle gesenkt. Wir sind schließlich angetreten anderen aus Gefahr und Unheil zu helfen bzw. dieses abzuwenden und nicht uns selber in Situationen zu bringen in der wir Hilfe benötigen.

Der Feuerwehrmann der freiwilligen Dienst in seiner Feuerwehr leistet, macht dies aus der Überzeugung einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft zu erbringen. Einen wichtigen Beitrag der leider nur dann gewürdigt wird wenn es zum Einsatz kommt. So traurig diese Tatsache ist, sie ist verbunden mit Leid und Schaden für die, die es betrifft, so ist sie für den Feuerwehrmann die Bestätigung für seine Opfer an Freizeit Lohn für die Ausbildung. Es geht weniger um Action und Heldentum als vielmehr um die Genugtuung das Mögliche getan zu haben. Wenn dieses Mögliche dann dazu führt das Schaden und Leid gemindert werden konnten ist dies die größte Belohnung und mit nichts aufzuwerten.

Das Einsatzgeschehen hat sich grundsätzlich gewandelt. Hatte man früher fast nur mit dem Feuer oder Naturereignissen zu kämpfen, so stehen heute die technischen Hilfeleistungen im Vordergrund. Das stellt neue und hohe Anforderungen an die Technik und die Ausbildung der eingesetzten Kräfte. Das Feuer oder das Wasser als Gegner sind anonymer und die Einsätze leichter zu verkraften. Geht es jedoch um Verletzte im Strassenverkehr oder bei Arbeitsunfällen sind Menschen in den schwierigsten Situationen beteiligt geht einem das an die Nieren. Der Einsatz wird zum Trauma und immer wieder erlebt. Mit dieser Tatsache fertig zu werden erfordert nicht nur den körperlichen Einsatz, nein auch das seelische muss bewältigt werden.

Unsere Gesellschaft ist heute mehr denn je geprägt von der Frage: Rechnet sich das? Die Frage nach dem Ehrenamt und den damit verbundenen Befindlichkeiten wird kaum noch in den Vordergrund gestellt.

Feuerwehr rechnet sich nicht, wenn man nur das Materielle in Geldwert Aus-drückbare sieht. In diesem Bereich legen wir alle drauf. Die Gemeinde, die die Feuerwehr vorhalten und finanzieren muss. Wir alle die wir Dienst tun, mit den Einschränkungen an Freizeit, mit der ständigen Bereitschaft für den Einsatz und sei es nur mit dem anderen Blickfeld für die Situation.

Aber trotz aller Widrigkeiten gibt es eine Gruppe von Menschen, die die Ideale, anderen uneigennützig zu helfen, hochhalten. Wir reden aber nicht von dem idealen Feuerwehrmann bzw. der idealen Feuerwehrfrau, nur wartend auf die entsprechende Situation und immer einsatzbereit. Wir alle sind auch nur Menschen mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten. Zusätzlich aber behaftet mit dem Virus Feuerwehr. Wir akzeptieren die Gefahren und versuchen damit umzugehen. Jeder Einsatz kann dazu führen, dass man selbst zu Schaden kommt. Trotz aller dieser Probleme kann man resümieren, es gab, es gibt und es wird auch weiterhin eine Feuerwehr in Viernau geben. Unsere gezielte Nachwuchspflege hat schon jetzt ihre Früchte getragen. Wir konnten in den letzten Jahren die Reihen der Einsatzabteilung zahlenmäßig aufstocken mit jungen Kameraden.

Hoffen wir alle, dass wir Kameraden und Kameradinnen der Freiwilligen Feuerwehr Viernau auch in Zukunft vor Schaden und Unfällen bei Einsätzen verschont bleiben.

Wir werden jedenfalls auch weiterhin nach dem Motto :

„Wer sich dem Wohl der Menschen weiht,
den ehrt der Guten Dankbarkeit“

unserem Dienst nachkommen.

( Dies sollen nur einige Gedanken sein, die einem als Feuerwehrmann so durch den Kopf gehen. So wie kein Mensch dem anderen gleicht sind auch die Sichtweisen der Dinge unterschiedlich. Ich wollte hiermit meine Sichtweise in Auszügen Anderen zur Lektüre anbieten und wen sich einige darin wiederfinden würde mich das freuen.
M. Tügend)